Beschreibung der Institution

Die Theologische Hochschule John Wesley wurde im Jahr 1987 von der Evangelischen Brüdergemeinschaft Ungarns gegründet. Sie ist eine von der Republik Ungarn anerkannte kirchliche Hochschuleinrichtung. An unserer Hochschule besteht seit 1987 eine fünfjährige theologische Ausbildung. 1992 wurde mit der vierjährigen Grundausbildung im Fach Soziale Arbeit begonnen und seit 2006 gibt es die Grundausbildung im Fach Pädagogik. Die Hochschule hält wissenschaftliche Arbeit für wichtig und ist bestrebt, ihre Hörer in dieser Richtung zu fördern sowie deren Fähigkeiten und Engagement zu vertiefen. 
Wir betrachten die Menschen, die der Hilfe bedürfen, als Träger eines besonderen Wertes. Aus diesem Grund orientiert sich die Ausbildung nicht nur an den wesleyanischen Normen, sondern auch an den fachlichen Gesichtspunkten der heutigen Zeit. Für uns sind fachliche und menschliche Qualifizierung, Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen, persönliches Vorbild sowie berufliche und wissenschaftliche Ethik gleichermaßen wichtig. Die Ausbildung ist im Direkt- und im Fernstudium möglich. 
Prävention, Bewahrung, Wiederherstellung und Weiterentwicklung können nur auf der Grundlage einer komplexen Betrachtungsweise der natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt, sowie in Teamwork und einer interprofessionellen und intersektoralen Arbeitsweise realisiert werden. Diese Feststellung gilt insbesondere dann, wenn diese Tätigkeit in einem Umfeld geleistet wird, das sich auf Grund der gesellschaftlichen und internationalen Einbindung im Vergleich zu früher wesentlich verändert hat. Das Fach Soziale Arbeit bietet mit seinen theoretischen und stark praktisch orientierten Kenntnissen und Erfahrungen sowie seinen ergänzenden theoretischen und empirischen Kenntnissen der Umweltsicherheit und des Umweltmanagements eine gute Grundlage dafür, dass die Hörer mit  sozialen Problemen und Umweltproblemen, welche eng miteinander zusammenhängen, erfolgreich umgehen können.
Die Qualifikation unserer Dozenten ist im Landesvergleich überdurchschnittlich hoch, sie üben ihren Beruf und ihr Wissenschaftsgebiet mit großem Engagement aus.
Die Theologische Hochschule John Wesley ist eine Hochschule in kirchlicher Trägerschaft, sie hat ihren Auftrag in der gegenwärtigen Welt. An keinem der Fächer erwartet sie von ihren Hörern und Dozenten eine religiöse Anpassung. Sie hegt aber in Bezug auf die zukünftigen Fachleute die Hoffnung, „dass ein jeder von ihnen sein wird wie eine Zuflucht vor dem Wind und wie ein Schutz vor dem Platzregen, wie Wasserbäche an dürrem Ort, wie der Schatten eines großen Felsens im trockenen Lande.”(Jesaja 32,2)

UMWELTSICHERHEIT

Ausbildungsziel
In unserer Zeit wächst das Risiko von Zivilisations- und Naturkatastrophen immer mehr. Eine der Folgen davon ist, dass die sozialen Probleme der Menschen in räumlicher, zeitlicher und qualitativer Hinsicht zunehmen.
In der Gesellschaft leben – in Abhängigkeit von Ort und Zeit – immer eine Anzahl von Menschen, die auf Grund der Umstände oder ihrer persönlichen Eigenschaften nicht in der Lage sind, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen. Sie leben in Unsicherheit und leiden. Deshalb benötigen sie Hilfe.
Die Arbeit im Zusammenhang mit der Umweltsicherheit muss unter der Befolgung, Anwendung und kritischen Bewertung exakter und naturwissenschaftlich fundierter fachlicher Regeln ausgeführt werden. Man muss dabei die Gesetze, die Regeln und das System von Sicherheit und Risiko kennen. Ebenfalls kennen muss man die Risiken der Umwelteinwirkungen sowie die wissenschaftlich erarbeiteten, objektiven fachlichen Verfahren und Techniken, die zur Beurteilung der erwünschten und nicht erwünschten Resultate bezüglich der Sicherheit notwendig sind. Die beruflichen Paradigmen, das heißt die Betrachtungsweise und das System müssen ebenfalls bekannt sein.
Unsere Hochschule möchte an dem Fach Umweltsicherheit Fachleute ausbilden, die über eine zeitgemäße Qualifikation verfügen und die in der Lage sind, natur- und gesellschaftswissenschaftliche Ergebnisse bei ihrer Tätigkeit einfließen zu lassen. Damit tragen sie dazu bei, praktische, Planungs-, Vorbereitungs-, Kontroll-, Forschungs- und Unterrichtsaufgaben im Zusammenhang mit Umweltschutz, rationeller Umweltökonomie, nachhaltiger Entwicklung, nachhaltiger Sicherheit, Umgang mit Umweltkonflikten, das heißt mit der Umweltsicherheit effektiv zu lösen sowie mit den Umweltproblemen der verschiedensten Bereiche fundiert umzugehen.
Das Ziel des Faches Umweltsicherheit besteht in einer Ausbildung, die in Kenntnis  der wahren Bedürfnisse der Gesellschaft auf einer einheitlichen, modernen Umweltauffassung und ausgezeichneten Kenntnissen der Gesellschaft basiert, die auf die speziellen Aufgaben der einzelnen Fachbereiche vorbereitet sowie für eine kreative Planung und operative Arbeitsverrichtung qualifiziert. Die Absolventen nehmen in direkter und indirekter Weise an der Erschließung und Lösung gesellschaftlicher Probleme und an deren Abstimmung mit den Aufgaben der Umweltsicherheit teil, das heißt, sie tragen qualifiziert zur Verbesserung der sozialen Situation und des Zustandes der Umwelt sowie zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls und des Sicherheitsbewusstseins der Bevölkerung bei. Des Weiteren leisten sie einen Beitrag zur effektiveren Bewahrung, zum Schutz und zur Entwicklung der Umweltwerte sowie zur Rehabilitation des Menschen und der Umwelt, darüber hinaus zur Verwirklichung einer rationalen Umweltökonomie, die auf dem Denken einer nachhaltigen Sicherheit basiert und auch soziale Gesichtspunkte berücksichtigt.

PÄDAGOGIK

Ausbildungsziel:
Das Ziel der Ausbildung ist die Heranbildung von Fachleuten, die bei der qualifizierten Tätigkeit des öffentlichen Bildungswesens und der pädagogischen Dienste effektiv mitwirken können. Sie sind in der Lage, unter den Bedingungen des sich schnell ändernden Erziehungs- und Bildungssystems, der wachsenden Selbständigkeit der Institutionen und der fachlichen und pädagogischen Verantwortung – in Kenntnis des im Bereich der Erziehungswissenschaft und ihrer Anwendung angehäuften Wissenstoffs –  die pädagogischen Prozesse der Gesellschaft und deren Institutionen fachgemäß zu erkennen und  darin – unter fachlicher Leitung – zu wirken. Die Absolventen verfügen über ein ausreichendes Maß an theoretischem Wissen, um im zweiten Zyklus die Ausbildung  fortsetzen zu können.
Die Hörer des Faches können im Verlauf der Ausbildung zwischen den folgenden drei Fachrichtungen wählen:
– pädagogische/r Assistent/in (50 Kreditpunkte),
– Unterrichtsassistent/in (50 Kreditpunkte),
– pädagogische/r Forschungsassistent/in (50 Kreditpunkte).
Mit dem Grundzertifikat sind die Absolventen des Grundfaches Pädagogik in der Lage:
– bei der Versehung von pädagogischen Aufgaben im öffentlichen Bildungswesen effektiv mitzuwirken;
– ihrem Fachabschluss entsprechende erzieherische Tätigkeiten  – unter fachlicher Leitung – zu planen und zu organisieren;
– in der schulischen Erziehungsarbeit bei der Ausarbeitung pädagogischer Programme und des Prüfungs- und Auswertungssystems zu helfen;
– Forschungsergebnisse des Fachgebietes zu interpretieren und praktisch anzuwenden;
– bei der Versehung von öffentlichen Verwaltungsaufgaben im Zusammenhang mit dem Unterrichtswesen mitzuwirken;
ebenfalls sind sie in der Lage,
– bei der Versehung von Unterrichts- und Erziehungsaufgaben innerhalb und außerhalb des Schulsystems effektiv mitzuwirken;
– die Tendenzen und Probleme im Erziehungssystem fachgemäß zu erkennen und bei der Weiterentwicklung der Institutionen mitzuwirken;
– ihrer fachlichen Qualifikation gemäße spezielle pädagogische Dienste fachgemäß zu versehen;
– in Organisationen, die sich mit Dingen des Unterrichts befassen, – wie z. B. Schulen, Selbstverwaltungen und Ministerien – , Arbeitsbereiche zu versehen, die pädagogische Grundkenntnisse erfordern.
Sie verfügen über sehr gute kommunikative, kreative und kooperative Fähigkeiten, über die Fähigkeit, die ausgeführten Tätigkeiten kritisch auszuwerten sowie die Fähigkeit des wertorientierten, praktischen Problemlösungsdenkens.

SOZIALE ARBEIT

Ausbildungsziel
ist die Ausbildung von Fachleuten, die – unter Mobilisierung sämtlicher, für die Lösung eines sozialen Problemes notwendigen und möglichen Ressourcen – geeignet sind, soziale Arbeit, das heißt eine solche fachliche Tätigkeit auszuführen, welche die Lebens- und Funktionsfähigkeit von Einzelnen, Familien, Gruppen und Gemeinschaften zu verbessern beziehungsweise wiederherzustellen hilft und welche dazu beiträgt, die dafür notwendigen komplexen Bedingungen zu schaffen. Diese Tätigkeit ist auf die Modifizierung und Verbesserung des Verhältnisses zwischen dem Menschen und seiner, im komplexen Sinn verstandenen Umwelt gerichtet.
Weiteres Ziel der Ausbildung ist des Weiteren die Vermittlung von Kenntnissen bzw. Fertigkeiten, Fähigkeiten und Werten, die unter Mobilisierung sämtlicher möglicher Ressourcen die Lösung folgender Aufgaben ermöglichen:
– Erkennen und Analysieren von (wirtschaftlichen, politischen, kulturellen usw.) Funktionsmechanismen der Gesellschaft;
– Erschließung der Ursachen, welche die gesellschaftlich ungünstigen Situationen schaffen, anschließend Mobilisierung der Instrumente, welche der Herausbildung dieser Ursachen vorbeugen, bzw. deren ungünstige Auswirkungen dämpfen;
– Erkennen der sich in den unterschiedlichen Lebenssituationen herausbildenden sozialen Probleme, Betrachtung dieser Probleme im gesellschaftlichen Zusammenhang;
– Verbesserung der Problemlösungsfähigkeit von Einzelnen, Familien und Gemeinschaften, damit diese ihre – den eigenen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, emotionalen, biologischen, familiären und interpersonalen Ursachen entspringenden – sozialen Probleme erkennen und lösen;
– Herstellung des Kontaktes zwischen Einzelnen, Gemeinschaften und den gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen, die die Verbesserung  schwieriger Lebenssituationen zur Aufgabe haben; Entwicklung der Fähigkeit zur Rechts- und Interessenvertretung;
– Einleitung der Entwicklung und Erneuerung des gegebenen sozialpolitischen Institutions- und Instrumentensystems auf gesellschaftlicher, institutioneller fachlicher und politischer Ebene;
– Entwicklung der sozialen Dienste und Schaffung neuer Dienste;
– Bekanntmachung von fachlichem Wissen in zahlreichen Bereichen der sozialen Arbeit, Absteckung der Kompetenzgrenzen der sozialen Arbeit, Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten, Einbeziehung anderer Berufe in die Lösung von Problemen, die außerhalb des Kompetenzbereichs der Sozialarbeit liegen.

FACH RELIGIONSLEHRER – INTERNATS-/HORTLEHRER

Mission Statement
Auftrag des Faches

Beim Fach Religionslehrer – Internats-/Hortlehrer der Theologischen Hochschule John Wesley stehen zwei grundlegende Zielstellungen im Fokus der Ausbildung: a) Ausbildung der Bewerber für den katechetisch-religionspädagogischen und internatspädagogischen Dienst bei der Evangelischen Brüdergemeinschaft Ungarns (MET), der Trägerkirche der Hochschule b) Ausbildung von Katecheten, Religionslehrern und Erziehern, die in anderen Kirchen beziehungsweise außerhalb eines konfessionellen Rahmens ihren Beruf ausüben möchten. (Unsere Studenten haben die Möglichkeit, sich ihre speziellen konfessionellen Kenntnisse in der akkreditierten Ausbildungseinrichtung einer anderen Kirche – fach- und kreditäquivalent – ergänzend anzueignen.)
Im Verlauf ihrer Ausbildung lernen die Studenten die wichtigsten Fragen des christlichen Glaubens und der christlichen Tradition kennen, sie studieren Methodik, Begriffs- und Wissenschaftssystem der Theologie, Religionstheorie und Religionspädagogik, die Technik der Anwendung und Weitergabe ihres gegenständlichen und pädagogischen Wissens, sowie die geistig-praktischen Traditionen der Evangelischen Brüdergemeinschaft Ungarns und/oder ihrer eigenen Konfession. Weiterhin eignen sie sich die für ihren speziellen pädagogischen Dienst notwendigen religionspädagogischen und pädagogischen Kenntnisse und Fertigkeiten an und verschaffen sich einen Überblick in der Welt der allgemeinen kulturellen, gesellschaftlichen und “humanwissenschaftlichen” Kenntnisse.
Der zeugnishafte Charakter des christlichen Glaubens und das Erbe der wesleyanischen Tradition weisen uns darauf hin, dass wir auf den Erwerb des Wissens, das mit der Methode der sogenannten Fertigkeitsentwicklung angeeignet wird, auf die Integration des Wissens auf der Ebene der Persönlichkeit sowie auf die existentiellen Fragen des religiösen und des Glaubenslebens ebensolchen Wert legen sollen wie auf den Erwerb der theoretischen Kenntnisse des Symbol- und Theoriesystems der Werte des Evangeliums. Der Katechet, Religionslehrer und Internats-/ Hortlehrer “unterrichtet” nicht nur, sondern beeinflusst mit seiner Persönlichkeit, seiner Kommunikationsbereitschaft, seinem handelnden Vorbild und seinem gelebten Glauben das Weltbild, die Lebens- und Weltanschauung, sowie die sich langfristig auswirkenden Strukturen des Verantwortungsbewusstseins und der ethischen Einstellung seiner Schüler.
Bei unserer Unterrichts- und Ausbildungstätigkeit bemühen wir uns mit besonderem Engagement darum, die Werte des Evangeliums zu vertreten, das sich für den Menschen – als Träger des Ebenbildes und der Herrlichkeit des Allmächtigen – ohne Unterschiede zu machen, einsetzt. Wir bemühen uns um die Betonung sozial-karitativer Werte und um die Betonung der Wichtigkeit eines Dienstes, der konfessionell offen ist, der anderen Konfessionen, Glaubensauffassungen und Überzeugungen gegenüber Achtung erweist, der dialogbereit ist und der humanistische Grundprinzipien vermittelt und realisiert.
Auf Grund unserer theologischen und humanphilosophischen Sichtweise fühlen wir uns in besonderer Weise verpflichtet: dem Gedanken der jüdisch-christlichen Brüderlichkeit, dem wir singuläre Bedeutung beimessen; der per definitionem nicht feindlich gedachten Konzeption des jüdisch-christlichen Verhältnisses; dem Kennenlernen des Lebens der mit uns lebenden Minderheiten, insbesondere der Roma und unserer sozial besonders marginalisierten Mitmenschen; der Vertiefung der Sichtweise, die den Samariterdienst als (von Gott erhaltenen) Auftrag betrachtet.

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